Spitzbergen unter Segeln
Es gibt zwei Arten, Spitzbergen zu bereisen. Die eine ist das eisverstärkte Motorschiff mit Stabilisatoren, Vortragssaal und festem Programm. Die andere ist ein Segelschiff mit einer Handvoll Gästen, das leise in eine Bucht gleitet, in der sonst niemand ankert.
Wir haben zwei Segler im Programm: die SV Rembrandt van Rijn, einen Dreimastschoner für 33 Gäste, und die SV Meander für zwölf. Beide fahren ab Longyearbyen. Diese Seite erklärt, was eine Segelexpedition in der Arktis von einer Expeditionskreuzfahrt unterscheidet — und für wen welche der beiden passt.
Die Schiffe
| Schiff | Gäste | Baujahr | Reisen |
|---|---|---|---|
| SV Meander | 12 | 1946 | 3 |
| SV Rembrandt van Rijn | 33 | 1947 | 11 |
Segeln in der Arktis heißt nicht: immer unter Segeln
Das sollte man vorher wissen. Beide Schiffe setzen Segel, wenn Wind, Route und Eislage es zulassen — und fahren unter Motor, wenn nicht. In der Arktis kommt Letzteres regelmäßig vor: Anlandeplätze werden nach Eis und Tieren gewählt, nicht nach der Windrichtung. Wer eine reine Segelreise erwartet, wird enttäuscht. Wer ein kleines, ursprüngliches Schiff sucht, auf dem Segel gesetzt werden, wenn es geht, ist genau richtig.
Was auf einem Segler anders ist
Der Maßstab. Auf der Meander sitzen zwölf Gäste an einem Tisch, auf der Rembrandt van Rijn 33 — beide gehen in einer einzigen Zodiac-Runde an Land, ohne Gruppeneinteilung und Wartezeit. Das Deck ist niedrig über dem Wasser, was für Fotografie einen erheblichen Unterschied macht: Sie fotografieren Walrosse und Eiskanten auf Augenhöhe statt von einem Balkon aus zehn Metern Höhe. Dafür gibt es keinen Wellnessbereich, keine Suiten und keine Auswahl an Restaurants.
Rembrandt van Rijn oder Meander?
Die SV Rembrandt van Rijn ist der klassische Einstieg: ein Dreimastschoner von 1947, komplett saniert, mit zwölf Crewmitgliedern und zwei Expeditionsguides für 33 Gäste. Sie fährt die meisten unserer Segelreisen, von acht bis zwanzig Tagen. Die SV Meander ist mit zwölf Gästen deutlich intimer und eignet sich für Gruppen, die ein Schiff ganz für sich wollen, oder für Reisende, denen auch 33 Menschen noch zu viele sind.
Für wen sich eine Segelexpedition eignet
Für Menschen, denen das Erlebnis wichtiger ist als der Komfort. Für Fotografinnen und Fotografen. Für Wiederholungstäter, die eine klassische Expeditionskreuzfahrt schon kennen und näher heran wollen. Besondere Fitness ist nicht nötig, Mitsegeln ist möglich, aber nie Pflicht. Wer im Seegang schnell empfindlich wird oder auf Kabinenkomfort Wert legt, ist auf einem Motorschiff besser aufgehoben — das sagen wir lieber vorher als nachher.
Häufige Fragen
Welche Segelschiffe fahren nach Spitzbergen?
In unserem Programm sind es zwei: die SV Rembrandt van Rijn, ein Dreimastschoner für 33 Gäste, und die SV Meander für zwölf Gäste. Beide starten und enden in Longyearbyen.
Muss man auf einer Segelexpedition mitsegeln?
Nein. Mithelfen beim Segelsetzen ist möglich und gern gesehen, aber nie Pflicht. Segelerfahrung wird nicht vorausgesetzt.
Wird auf der Reise wirklich gesegelt?
Wenn Wind, Route und Eislage es zulassen, ja. In der Arktis richtet sich die Route nach Eis und Tierbeobachtung, deshalb wird regelmäßig auch motort. Eine reine Segelreise ist es nicht.
Kann man Spitzbergen mit einem Segelschiff umrunden?
Eine komplette Umrundung hängt stark von der Eislage ab und wird überwiegend mit eisverstärkten Motorschiffen gefahren. Segelreisen konzentrieren sich meist auf die West- und Nordwestküste.