Verhalten in Spitzbergen.
Spitzbergen unterliegt norwegischer Verwaltung, aber einem eigenen völkerrechtlichen Status: dem Spitzbergenvertrag von 1920, nach dem alle Unterzeichnerstaaten dieselben Rechte haben. Norwegen hat daraus den Auftrag, die Umwelt zu schützen — geregelt im Svalbard-Umweltgesetz. Ergänzend gelten die Richtlinien der AECO, des Verbands der Arktis-Expeditionskreuzfahrt-Veranstalter. Alle unsere Reedereien sind AECO-Mitglieder.
Neu ab 2025: nur noch 43 Landeplätze
In den Schutzgebieten Spitzbergens sind seit 2025 nur noch 43 von der Regierung ausgewiesene Landeplätze zugelassen. Sie müssen im Frühjahr vorab gebucht werden — die Routen stehen damit lange vor der Abfahrt fest. Für Sie bedeutet das: Buchen Sie früher als früher, und rechnen Sie damit, dass ein Landgang bei schlechtem Wetter eher ausfällt, weil Ausweichplätze fehlen.
Eisbären — die wichtigste Regel
Spitzbergen ist Eisbärenland. Außerhalb der Siedlungen besteht gesetzliche Schutzpflicht: Jede Gruppe wird von bewaffneten, jährlich geprüften Guides begleitet. Das ist keine Show, sondern Vorschrift.
- Niemals allein die Gruppe verlassen — auch nicht "nur kurz für ein Foto".
- Eisbären nicht anlocken, verfolgen oder stören — das ist in Norwegen strafbar.
- Sichtungen sofort melden, auch weit entfernte.
- Beobachtet wird vom Schiff oder Zodiac aus. Wenn ein Bär aufmerksam wird oder zu wittern beginnt, wird der Landgang abgebrochen.
Weitere Tierwelt — Abstand halten
- Walrosse: mindestens 30 m an Land. Nie zwischen Tier und Wasser gehen — ein aufgeschrecktes Kolonie-Panikfluchten kann Jungtiere töten.
- Vogelkolonien: Abstand halten, nie durch Brutgebiete gehen. In der Brutzeit gelten zusätzliche Betretungsverbote.
- Rentiere und Polarfüchse: ruhig stehen bleiben, sie kommen oft von selbst näher.
- Keine lauten Geräusche — auch keine Musik, kein Rufen. Belugas und andere Wale reagieren empfindlich auf Lärm.
- Kein Füttern, kein Berühren — wirklich niemals.
Die Tundra ist empfindlicher, als sie aussieht
Arktische Vegetation wächst extrem langsam — eine zertretene Moosfläche braucht Jahrzehnte. Deshalb: auf Steinen und Schnee gehen, wo möglich, und in der Gruppe zusammenbleiben statt sich zu verteilen. An stark frequentierten Landeplätzen wie Texas Bar ist der Schaden bereits sichtbar.
Kulturdenkmäler
Alle Spuren menschlicher Tätigkeit von vor 1946 stehen in Spitzbergen automatisch unter Denkmalschutz — Walfängergräber, Fangsthütten, Trapperreste, selbst einzelne Bretter und Knochenhaufen. Es gilt eine Schutzzone von 100 Metern. Nichts anfassen, nichts umdrehen, nichts mitnehmen.
Biosecurity
Eingeschleppte Samen und Sporen können arktische Ökosysteme dauerhaft verändern. Vor jedem Landgang:
- Gummistiefel reinigen und desinfizieren
- Kleidung auf Sämereien prüfen (Klettverschlüsse sind Fallen)
- Rucksäcke und Taschen säubern
- Keine Lebensmittel an Land mitnehmen
Müll & Souvenirs
- Nichts bleibt zurück. Kein Taschentuch, kein Zigarettenfilter, kein Rückstand.
- Nichts wird mitgenommen. Keine Steine, keine Knochen, keine Federn, keine Pflanzen, kein Treibholz.
- Auf vielen Reisen wird umgekehrt Plastikmüll eingesammelt — angespültes Fischereigerät, das an den Stränden hängenbleibt.
Gruppengröße
In den Schutzgebieten dürfen Schiffe mit mehr als 200 Passagieren nicht anlanden. Kleinere Gruppen sind ohnehin im Vorteil: Sie sind leiser, flexibler und hinterlassen weniger Spuren. Wir arbeiten deshalb bevorzugt mit Schiffen bis rund 120 Gästen.
Vor jeder Landung gibt es an Bord ein ausführliches Briefing. Fragen sind nie dumm — die Expedition Leader freuen sich über Interesse.