← Expeditions-Guide
Expeditions-Guide
Verantwortungsvolle Fotografie.
Spitzbergen-Fotografie ist magisch — Gletscherkanten, Packeis, weiches Licht rund um die Uhr. Anders als in der Antarktis kommen die Tiere hier aber nicht von selbst näher: Eisbären und Walrosse werden aus großem Abstand beobachtet. Das perfekte Bild darf das Motiv nie stören. Hier unsere Leitlinien.
Technik für arktisches Licht
- Überbelichten +1 EV: Die Kamera hält Schnee für grau und macht zu dunkle Bilder. Immer +2/3 bis +1 EV Korrektur.
- Manuell fokussieren bei Schnee und Nebel — der Autofokus findet sonst keinen Kontrast.
- RAW-Format ist Pflicht: Der Kontrast zwischen weißem Eis und schwarzem Basalt sprengt jedes JPEG.
- Kurze Verschlusszeiten vom Zodiac aus — das Boot bewegt sich immer, 1/1000 s ist bei Tele keine Übertreibung.
- Polarisationsfilter reduziert Reflexe auf Wasser und Eis.
Ethik — das Tier steht über dem Bild
- Niemals eine Fluchtreaktion auslösen. Ändert sich die Körperhaltung, sind Sie zu nah. Bei Walrosskolonien kann eine Panikflucht ins Wasser Jungtiere kosten.
- Eisbären nicht anlocken, nicht verfolgen. In Norwegen ist das Stören von Eisbären strafbar — auch für ein Foto.
- Nicht rufen, nicht pfeifen — Sie sind Gast, nicht Regisseur.
- Drohnen sind in Spitzbergen weitgehend verboten — in allen Schutzgebieten und im Umkreis von Siedlungen und Vogelkolonien. Über Wildtieren aufsteigende Drohnen versetzen Eisbären nachweislich in Stress. Die AECO-Mitglieder untersagen den Einsatz an Bord grundsätzlich.
Die magischen Stunden
Von Mitte April bis Ende August geht die Sonne nicht unter. Sie steht dann aber tief — und die besten Bilder entstehen meist zwischen 22:00 und 04:00 Uhr: langes Seitenlicht, rosa und goldene Tönung auf den Gletschern, ruhigere See und weniger Menschen an Deck. Im September kommt das Nordlicht dazu.
Pflege bei Kälte und Gischt
- Akkus am Körper tragen — Kälte entlädt sie in Minuten.
- Salzwasser ist der größte Feind. Nach jeder Zodiacfahrt Gehäuse und Frontlinse mit einem leicht feuchten Tuch abwischen, sonst frisst sich das Salz fest.
- Keine kalte Kamera direkt ins Warme. Kondenswasser schlägt sich innen nieder. Gehäuse vorher in eine Plastiktüte packen und darin akklimatisieren lassen.
- Fotohandschuhe: dünn, mit Touch-Fingern — man muss Knöpfe bedienen können, ohne die Hände freizulegen.
Fotografie-Expeditionen
Mehrere unserer Reisen sind speziell auf Fotografen zugeschnitten — mit erfahrenen Bildautoren als Guides, Workshops an Bord und längeren Zeiten an den Motiv-Hotspots. Fragen Sie bei der Buchung danach.