Vier arktische Inseln auf einer Fahrt: Spitzbergen, Jan Mayen, Grönland und Island – dreizehn Tage von Longyearbyen nach Reykjavík, quer durch die Grönlandsee.
Die erste Woche gehört Svalbard. Im Kongsfjord rahmen die Tre Kroner – Dana, Svea und Nora – die Kulisse; in Ny-Ålesund auf 79° Nord steht noch der Ankermast, an dem 1926 das Luftschiff „Norge" vertäut war, bevor Roald Amundsen damit zum Nordpol aufbrach. Im Nordwesten liegen die Ziegelfundamente von Smeerenburg, wo niederländische Walfänger ab 1619 Walspeck zu Tran kochten; entdeckt hatte die Inselgruppe 1596 Willem Barents. Ganz im Süden, in Bellsund und Hornsund, wird es grüner: Hier steht die Walfängerhütte Bamsebu, vor der noch immer Hunderte Belugaknochen am Strand liegen.
Dann Kurs Südwest durch die Grönlandsee, wo kaltes Polarwasser auf die letzten Ausläufer des Golfstroms trifft. Am Ende dieser Passage liegt Jan Mayen mit dem Beerenberg: 2.277 Meter, der nördlichste aktive Vulkan der Erde, zuletzt ausgebrochen 1985. Rund 18 Menschen leben dort, Wissenschaftler und norwegische Soldaten.
Weiter westwärts beginnt Grönland. Ittoqqortoormiit wurde 1925 von Ejnar Mikkelsen gegründet, der Siedler aus Tasiilaq hierher brachte; Versorgungsschiffe erreichen den Ort bis heute nur ein- bis zweimal im Jahr. Dahinter öffnet sich der Scoresbysund, das größte Fjordsystem der Erde – ein Labyrinth aus Armen und Inseln, in dem Eisberge zwischen den Schären festsitzen. Nach Süden folgt die Blosseville-Küste, vor rund 50 Millionen Jahren vulkanisch entstanden und von demselben Mikkelsen erstmals vermessen. Heute lebt dort niemand mehr.
Wohin es an den Expeditionstagen tatsächlich geht, entscheidet das Eis. Genau darin liegt der Unterschied zu einer Kreuzfahrt mit festem Hafenplan.