Deutschsprachige Nordnorwegen-Reisen im Winter
Nordnorwegen im Winter ist ein anderes Reisen als die Sommerarktis. Die Tage sind kurz oder gehen gar nicht erst auf, das Programm richtet sich nach dem Himmel, und die entscheidende Ansage kommt oft nachts: Nordlicht in Sicht. Wer dann versteht, was gesagt wird, steht schneller an Deck.
Dazu kommen die Lektorenvorträge, die auf Winterreisen einen großen Teil des Tagesprogramms ausmachen: Wie ein Nordlicht entsteht, was der Sonnenwind damit zu tun hat, warum Buckelwale den Heringen bis in die Fjorde folgen. Das sind physikalische und biologische Themen mit eigenem Vokabular — in der Muttersprache gehört, bleibt davon deutlich mehr hängen.
Fast alle unsere Nordnorwegen-Termine sind durchgehend deutschsprachig. Das ist ungewöhnlich — in den anderen Polargebieten ist der Anteil deutlich geringer.
Die drei Sprachstufen im Vergleich
So verteilen sich die 15 Reisen in diesem Gebiet.
| Stufe | Was das heißt | Reisen |
|---|---|---|
| Durchgehend deutschsprachig | Vortraege, Anlandungen und Bordinformationen auf Deutsch. Die Reise ist von vornherein für den deutschsprachigen Markt aufgelegt. | 13 |
| Englisch mit deutscher Betreuung | Bordsprache ist Englisch, ein deutschsprachiger Guide begleitet die Gruppe und uebersetzt bei Vortraegen und Anlandungen. | 2 |
Diese Schiffe fahren deutschsprachig
Sortiert nach der Zahl deutschsprachiger Termine in diesem Gebiet.
| Schiff | Gäste | Reisen | ab |
|---|---|---|---|
| HANSEATIC nature | 230 | 9 | 6.990 € |
MS Cape Race
|
12 | 4 | 5.950 € |
| MS Spitsbergen | 150 | 2 | 3.668 € |
Welche Schiffe fahren deutschsprachig nach Nordnorwegen?
Drei Schiffe teilen sich das Feld. Die HANSEATIC nature von Hapag-Lloyd fährt durchgehend deutschsprachig und deckt mit 230 Gästen das komfortable Ende ab. Die MS Cape Race mit zwölf Gästen ist das Gegenteil davon: ein umgebauter Hochseekutter, der in Häfen festmacht, die kein größeres Schiff anläuft — in Deutschland exklusiv über Leguan Reisen buchbar. Dazwischen liegt die MS Spitsbergen mit 150 Gästen.
Warum lohnt ein kleines Schiff bei Nordlicht-Reisen?
Weil Nordlichter nicht planbar sind. Ein Schiff mit zwölf Gästen kann die Nacht in einem windgeschützten Fjord ohne Lichtverschmutzung verbringen, weil die Entscheidung dazu in fünf Minuten fällt. Große Schiffe haben Hafenzeiten, Liegeplatzreservierungen und einen Fahrplan. Dazu kommt der Himmel selbst: An Bord eines kleinen Schiffes gibt es keine beleuchteten Decks, die das Auge blenden.
Wann sieht man in Nordnorwegen Nordlichter?
Die Saison läuft von Ende September bis Ende März, das Maximum liegt zwischen November und Februar. Nördlich des Polarkreises liegt Nordnorwegen mitten im Nordlichtoval, weshalb die Wahrscheinlichkeit hier höher ist als in Südnorwegen oder Island. Garantien gibt niemand seriös — beeinflussen lässt sich die Zahl der Nächte und die Dunkelheit des Liegeplatzes.
Was kostet eine deutschsprachige Nordnorwegen-Reise?
Die günstigsten Termine beginnen bei rund 3.700 € pro Person, der übliche Rahmen liegt zwischen 6.000 € und 11.000 €. Die Reisen dauern acht bis 15 Tage. Winterreisen sind günstiger als vergleichbare Sommerarktis-Termine, weil die Anreise nach Tromsø kurz und ganzjährig gut bedient ist.
Deutschsprachige Reisen im Programm
Die 12 günstigsten Termine von insgesamt 15 — nach Preis sortiert.
Englisch mit deutscher Betreuung
Englisch mit deutscher Betreuung
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Durchgehend deutschsprachig
Was 8 Winter-Logbücher über Nordnorwegen verraten
Acht Winterfahrten der MS Cape Race zwischen Oktober und Januar, 57 Tage mit Wetteraufzeichnung — gemessen morgens an Bord in den Fjorden um Tromsø und Skjervøy.
Nordlichter sind in allen acht Winter-Logbüchern verzeichnet, mit 48 einzelnen Einträgen — im Schnitt also an jedem zweiten Reisetag. Garantieren lässt sich das nicht, und niemand sollte es tun; was die Zahlen zeigen, ist die Wahrscheinlichkeit über acht vollständige Fahrten.
Ebenso durchgängig dokumentiert sind Schwertwale und Buckelwale: beide in allen acht Logbüchern, mit 43 beziehungsweise 30 Einträgen. Sie folgen im Winter den Heringsschwärmen in die Fjorde.
Zur Kälte: Der Median der Morgentemperatur lag bei −4 °C, an 70 Prozent der Tage herrschte Frost, der tiefste gemessene Wert bei −15 °C. Das ist für 70° Nord im Januar bemerkenswert mild — der Golfstrom hält die Fjorde eisfrei. Entscheidend für das Empfinden ist nicht die Temperatur, sondern der Wind an Deck.
Sechs Tage aus den Logbüchern
Die folgenden Auszüge stammen wörtlich aus den Bordlogbüchern der MS Cape Race. Datum und Position sind die an Bord protokollierten Werte.
Wir erreichen das kleine Dörfchen Dunvik, wo die Fähre, die die Insel mit dem Festland verbindet, in den Hafen einfährt. Wir besuchen die Bar von Roy und Rita — zwei von achtzehn Bewohnerinnen und Bewohnern, die hier aufgewachsen sind. Roy nimmt sich viel Zeit, um vom Leben hier zu erzählen, von der Fischerei und vom Whale-Watching. Danach laufen wir im Dunkeln zurück zur Landestelle und werden mit einer von bloßem Auge deutlich sichtbaren Aurora Borealis beschenkt.
Im dunklen Meer schwimmen und jagen die Orcas, Buckelwale und Finnwale. Sie allein da draußen zu wissen, ohne Boote, ist eine schöne Vorstellung. Als der Tag genügend Licht bietet, steigen die ersten die steile Treppe zum Bug hoch — und bleiben stundenlang an Deck in der Kälte stehen. Die Landschaft, das Licht, die Ruhe und natürlich die Wale sind so faszinierend, dass es schwerfällt, wieder hinunterzugehen.
Draußen herrschte während der Fahrt dichtestes Schneetreiben, das im Lauf des Abends abnahm und die Sicht auf die wenigen Häuser von Akkarvik freigab. Während einige noch eine letzte Sauna genossen, fuhr ein Gast mit seiner Partnerin und Unterstützung der Crew noch einmal hinaus in die Nacht — um ihr in der Stille des Nordens einen Heiratsantrag zu machen. Natürlich wurde später darauf angestoßen. Danach setzten wir uns in Gruppen an die Tische und spielten das Cape-Race-Pub-Quiz.
Beunruhigt hoffen wir, dass der Wal es merkt und unten durch die Öffnung wieder hinausschwimmt. Nach bangen Minuten taucht er außerhalb des Netzes auf. Wir atmen auf. Weltweit verheddern sich schätzungsweise 300.000 Wale, Delfine und andere Meerestiere in Netzen der Fischereiindustrie, auch hier im Kvænangen — und das, obwohl die Fischer ihr Möglichstes tun, um solche Todesfälle zu vermeiden. Langsam verlassen wir das Schauspiel und fahren nordwärts in den schützenden Reinfjord, um dort zu ankern.
Manchmal gönnen sich die Schwertwale eine Pause, schwimmen sehr langsam und liegen zeitweise so an der Oberfläche, dass die dreieckigen Rückenflossen lange in den Himmel ragen. Wir bleiben vor Ort, bis das Tageslicht zu verschwinden beginnt, und schauen ergriffen zu. Dann wird es dunkel. Am Abend gehen wir an Land und laufen den Küstenweg entlang, bis wir das Ende der Straßenbeleuchtung erreichen. Immer wieder richten sich unsere Augen nach oben. Die Sterne funkeln — und dann entdecken wir tatsächlich grüne Streifen der Polarlichter. Danach kehren wir in ein Lavvo ein, mit offenem Feuer.
Neun Teilnehmer waren wir. Schon der erste Abend an Deck ließ per „Handy-Test“ die ersten Nordlichter erkennen — sie zeigen sich der Kamera früher als dem Auge. Während des Frühstücks verließen wir den Ankerplatz und hielten bei zunehmender Morgendämmerung nach Walen Ausschau, zunächst mit mäßigem Erfolg. Das änderte sich im Jøkelfjord und in dessen erster nördlicher Seitenbucht, dem Tverrfjord: Gruppen von Orcas und Buckelwalen.
Häufige Fragen
Gibt es deutschsprachige Nordlichter-Reisen mit kleinen Schiffen?
Ja. Die MS Cape Race mit zwölf Gästen fährt im Winter Nordnorwegen und ist in Deutschland exklusiv über Leguan Reisen buchbar. Sie ankert in dunklen Fjorden abseits der Ortschaften, was die Sichtbedingungen deutlich verbessert.
Wann ist die beste Zeit für Nordlichter in Nordnorwegen?
Zwischen November und Februar. Die Saison beginnt Ende September und endet Ende März, aber in den dunkelsten Monaten sind die Nächte am längsten und damit die Chancen am höchsten. Klare Luft ist wichtiger als Kälte.
Sieht man auf Nordnorwegen-Reisen auch Wale?
In den Wintermonaten ziehen Buckelwale und Schwertwale den Heringsschwärmen in die Fjorde um Tromsø und Skjervøy nach. Von November bis Januar sind die Chancen am besten. Mehrere unserer Winterreisen verbinden Walbeobachtung und Nordlichter in einem Programm.
Wie kalt wird es auf einer Winterreise in Nordnorwegen?
Dank des Golfstroms milder, als die Breitengrade vermuten lassen: an der Küste meist zwischen minus fünf und plus fünf Grad. Entscheidend ist der Wind an Deck. Warme Schichtkleidung, eine wind- und wasserdichte Außenschicht und feste Schuhe reichen aus; spezielle Polarausrüstung braucht es nicht.